Microsoft 27.02.2019

Was kommt eigentlich nach Computer und Smartphone? HoloLens2 im Praxistest.

Gestern hatte ich gemeinsam mit einem Kollegen die Gelegenheit, mich in Barcelona auf dem Mobile World Congress 2019 mit Microsoft zu treffen, um alle Details rund um Hololens 2 direkt aus erster Hand zu erfahren. Inklusive intensivem Praxistest.

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Nachdem wir über die wichtigen Themen Markteinführung, Positionierung, Marketingkampagnen informiert worden waren, ging es für uns als Techies ans Eingemachte: Wir durften die HoloLens2 endlich selbst testen.

 

Schon beim ersten „in die Hand nehmen“ fällt auf, Microsoft hat seine Hausaufgaben gemacht und einen der Hauptkritikpunkte an Version 1 mit der zweiten Generation behoben. Die HoloLens 2 liegt insgesamt deutlich leichter in der Hand der Tragekomfort ist besser geworden. Das liegt vor allem daran, dass das Gewicht zum Großteil am Hinterkopf aufliegt. Auch langes Arbeiten von zwei Stunden oder mehr wird dadurch komfortabel möglich sein. Die Akkulaufzeit wurde ebenfalls verbessert und soll jetzt bis zu drei Stunden betragen. Das konnten wir im Selbsttest noch nicht herausfinden.

 

Das Aufsetzen und genaue Anpassen an den Kopf fällt durch das schon bekannte „Drehrädchen“ an der  Kopfschlaufe weiterhin gewohnt leicht und erinnert stark an das Aufsetzen eines Fahrradhelms. Neu ist die Kalibrierung zu Beginn mit Hilfe von Eyetracking-Kameras. So wird sichergestellt, dass die Brille alle Bewegungen der Augen richtig erkennt und zur Steuerung erfasst. Über diese kann zudem auch das Anmelden am Device via Pupillenerkennung erfolgen. Ähnlich wie bei den  Surface Geräten mit Hilfe der Windows Hello Funktion. Das lästige Eintippen von Passwort oder PIN entfällt und macht die HoloLens 2 noch intuitiver und praktikabler.

 

Collaboration: It’s easy.

Die Zusammenarbeit und das Koppeln mehrerer HoloLens‘ ist jetzt ohne Probleme möglich. Bei einer Architektur-Demo konnte so am gleichen Modell gearbeitet und einzelne Bauteile „angefasst und verschoben“ werden. Das Ganze erfolgt natürlich in Form von Hologrammen, funktioniert aber so intuitiv und natürlich,  dass man tatsächlich das Gefühl hat, die Teile in der Hand zu halten. Auch das Verändern der Größe, das Drehen und Wenden ist mit beiden Händen möglich und geht erstaunlich leicht von der Hand. Die Detailtreue geht soweit, dass man den Kopf sogar in das virtuell vor einem auf dem Tisch stehende Gebäude „reinstecken“ und sich die Details im Inneren anschauen kann.

 

 

Damit kommen wir nun auf das Display und das Sichtfeld zu sprechen. Das Sichtfeld war ebenfalls oft in der Kritik. Dieses hat Microsoft nun um mehr als das Doppelte vergrößert. Auch die Auflösung von 2k pro Auge kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

 

Ein großer Schritt.

In einem Satz kann man also zusammenfassen, Microsoft hat sowohl bei Gewicht & Komfort, Akkuleistung als auch bei Display & Sichtfeld deutliche Verbesserungen vorgenommen und den Preis im Gegenzug ordentlich reduziert. Die neue Version soll schon ab 3.500 Dollar verfügbar sein. Generation 2 ist ein großer Schritt in die Zukunft von VR und AR.

 

Die Weichen für eine weitere Ausbreitung der noch relativ spärlich eingesetzten Mixed-Reality-Technologie in Unternehmen stehen also ganz klar auf Wachstum. Und wer weiß, vielleicht ist es in fünf bis zehn Jahren vollkommen normal unseren PC wie selbstverständlich auf dem Kopf zu tragen, mit Hologrammen die echte Welt anzureichern und die Steuerung auf  ganz natürliche Art und Weise per Sprache und Gesten zu steuern. Lassen wir uns überraschen.

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Sebastian Schwab
Senior VIPM Microsoft Surface & Teamkoordination