Clouds 18.03.2019

Hyper Hybrid – Wo ist ihr Datacenter?

Vom Server-Raum zum Datacenter. Eine Entwicklung. Oft im Keller. Gekühlt. Da hat sich viel getan. Das Datacenter ist heute das Herzstück Ihrer IT. Doch die Sichtweise auf das Datacenter entwickelt sich immer weiter. Die nächste Revolution ist schon da, denn das Datacenter wird agil...

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Wo ist Ihr Datacenter? Eine dumme Frage, oder? Sicher können Sie sie sofort beantworten. Das dürfte in etwa so klingen: "Im Abschnitt 3 des RZ-Neubaus, brandschutzgesichert, mit CO2 Löschanlage und doppelt USV abgesichert gegen Stromspitzen- und Stromausfall." (Sehr gut) Die Antwort könnte auch lauten: "Im Keller der Gründer-Stammvilla aus dem Jahr 1935, direkt neben der Ölheizungsanlage und den Sickerwasser-Pumpen." (Außer für Traditionalisten: weniger gut). Aber immerhin können Sie Ihr Datacenter noch mit einem Ort in Verbindung bringen.

 

Und wie nehmen Sie Applikationen in Betrieb? "Das ist einfach", werden Sie sagen. "Wir installieren die Server, wir installieren Storage, wir patchen alles, wir installieren einen Hypervisor, wir patchen wieder, wir installieren uns verwalten virtuelle Maschinen und installieren auf diesen die Applikationen." Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden. So machen wir das seit Jahren, so denken wir eben: Immer ausgehend vom Netzwerk über den Server bis zur Anwendungsebene. Das OSI-Modell in uns lässt grüßen.

 

Chancen nutzen.

Wenn sie jedoch die Chancen der Digitalisierung nutzen wollen, um Mehrwerte aus ihren Daten zu generieren und gleichzeitig ihre IT flexibel und service-orientiert aufzusetzen, dann hat diese Denkweise Grenzen. Denn irgendwann erreichen Sie die Grenzen der Skalierbarkeit und laufen in massive Management- oder Kostenprobleme.

 

Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl technologischer Entwicklungen, die – auf den ersten Blick recht komplex – den traditionellen Begriff des Datacenters verändern. War es früher der Ort, an dem die Daten sind, ist das Data-Center heute dort, wo die Daten sind...

 

Nehmen Sie sich ruhig Zeit, den vorigen Satz noch einmal zu lesen.

 

Hyperkonvergente Systeme: Ein software-definierter, verteiler Data-Center Stack.

Was hat sich verändert? Hyperkonvergente, softwaredefinierte Systeme, wie zum Beispiel Cisco Hyperflex brechen heute die klassische Hardware Stack-Sichtweise auf und stellen automatisierte Services zur Verfügung, die Computing mit Networking, Data- und Security-Konzepte nahtlos verbinden und die Daten dort bereitstellen und managen, wo sie benötigt werden: in der Zentrale, in der Außenstelle, im IOT-Edge-Bereich oder in der Public Cloud.

 

Von der Virtualisierung zum Microservice.

Virtualisierungsumgebungen wie VMware vSphere überschreiten heute die Grenzen des Hypervisors auf der physikalischen Maschine und interagrieren nahtlos mit ihren Pendants in Public-Cloud-Umgebungen wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure. Damit können Sie ihre erprobten vSphere Workloads ohne Anpassungen auch in der Cloud betreiben, um sie wiederum mit neuen Web-Services aus der Cloud interagieren zu lassen.

 

Der Treiber hinter diesen Entwicklungen ist nicht zuletzt der Trend zu Serverless Microservices. Das sind Computing-Prozesse, die event-gesteuert und automatisiert ablaufen – ohne einer festen Computing-Einheit zugeordnet zu sein. Ein weiterer Katalysator sind neue Wege, Anwendungen zu entwickeln und bereitzustellen, wie zum Beispiel Docker und Kubernetes. Diese machen das Paradigma der virtuellen Maschine plus OS plus Anwendung mehr und mehr zum Konzept der Vergangenheit. Auch Container-Anwendungen können heute verteilt und transparent im hybriden Kontext eingesetzt werden. 

 

Umfassendes Container Management.

Die Cisco Lösung "Cisco Hybrid Solution for Kubernetes" ist zum Beispiel eine produktionsreife Container Management-Plattform, die übergreifend On-Prem und in der AWS-Cloud bereitgestellt wird. Dabei gibt es keine Engpässe; etwa durch Gateways. Alle Service-Ebenen wie Networking, Identity, Management, Security und Monitoring din plattformübergreifend gestaltet und im operativen Betrieb weitestgehend automatisiert.

 

Somit verlässt das Datacenter mehr und mehr den definitorische physikalischen Ort und wandelt sich zu einem virtuellen Service-Spektrum mit zunehmendem Automatisierungsgrad: mit allen Vorteilen der Transparenz, der Redundanz, der eventuellen Disaster-Recovery, und natürlich bei den Kosten.

 

Bechtle Competence Days 2019.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, besuchen Sie den Vortrag "Alles wird zum Service – warum eine Cloud allein keine IT-Lösung und doch der Schlüssel zur Digitalisierung ist" auf den Bechtle Competence Days am 10.4 und 11.4 in Neckarsulm.

 

Seien Sie unser Gast am Stand des Systemhauses Solingen mit dem Titel "Hybride Cloud Modelle mit VMware, Cisco und Amazon Web Services" im Bereich Data Center. Wir freuen uns darauf, die Perspektiven dieses Blog-Eintrages mit Ihnen zu diskutieren. Sie brauchen dazu keine Gummistiefel.

 

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Werner Lütkemeier
Leiter Cloud und Software Services